Waisenkinder als Botschafter der Reintegration

Dieses Projekt wurde Anfang 2014 von den BRAVEAURORA - Sozialarbeiterinnen konzipiert und verfolgt die Peer-Education-Strategie, in der speziell geschulte Jugendliche – nämlich ehemalige Waisenkinder selbst, zu Multiplikatoren (auch Peers genannt) ausgebildet werden, um andere Waisenkinder und deren erweitere Familien in benachbarten Dörfern Guabuligas hinsichtlich des Themas Reintegration zu informieren. Die BotschafterInnen berichten aus eigener Erfahrung, wie negativ Waisenhäuser eigentlich für Kinder sind und welche Vorteile es hat, in einem Familiengefüge aufzuwachsen. Dabei wird der Multiplikatoreneffekt angestrebt, wonach nicht nur die geschulten Peers die Gruppe informieren, sondern auch die dadurch informierten Mitglieder der Gruppe wiederum in ihrem jeweiligen Umfeld dieses Wissen weiter geben.

 

In diesem Projekt beeinflussen die BotschafterInnen der Reintegration andere Gleichaltrige sinnvoll und klären über die Vorteile des Aufwachsens in einem Familiengefüge auf. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Jugendliche selbst einen größeren Lehrerfolg erzielen können, da Inhalte von Gleichaltrigen anzunehmen Jugendlichen häufig leichter fällt, zumal so eine wesentlich stärkere Orientierung an ihrer eigenen Lebenswelt möglich ist.

 

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Bevor die speziell ausgewählten Jugendlichen jedoch ihrer Tätigkeit als „Botschafter der Reintegration“ nachgehen können, durchlaufen diese eine spezielle Schulung, die Anfang Mai 2014 begann. Durch eine Kombination der Vermittlung von Sach- und Lehrkompetenzen durch unsere Sozialarbeiterinnen vor Ort und lebensnahe Erfahrungsschilderungen wurden die BotschafterInnen auf den Peer-Education-Prozess vorbereitet. Ein weiteres Ziel der Multiplikatorenschulung ist die Auseinandersetzung mit den Zielen und Grenzen des Peer-Ansatzes, sowie mit gruppendynamischen Problemen und den eigenen Normen und Wertvorstellungen. Des Weiteren stehen hier auch die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Verbesserung der rhetorischen Fähigkeiten  sowie die Erprobung von Methoden im Vordergrund.

 

Neben der Sensibilisierung von Gleichaltrigen ist es auch ein Ziel der BotschafterInnen, durch diverse Medien, insbesondere durch Radiostationen in Nordghana, einen Diskussionsprozess anzustoßen, der eine mögliche Einstellungsveränderung in der Bevölkerung hinsichtlich des Aufwachsens in Waisenhäusern vorantreibt. Neue Waisenhäuser zu eröffnen ist in Ghana gesetzlich verboten, da eine Deinstitutionalisierung und Reintgeration der Kinder auch seitens des Familienministeriums angestrebt wird. Nichts desto trotz gibt es laut der Organisation Orphanaid Africa 148 Waisenhäuser in Ghana (wovon lediglich 5 beim Familienministerium offiziell registriert sind) die nach wie vor operieren. BRAVEAURORA will mit den BotschafterInnen der Reintegration einen kleinen Teil dazu beitragen, um das Waisenhaus-Business in Ghana zu minimieren und die Menschen davon zu überzeugen, dass es für ein Kind immer das Beste ist, in einem Familiengefüge aufzuwachsen.

 

Um auch die Erwachsenen in den Communities zu erreichen, werden zusätzlich zu den Jugendlichen auch Eltern als Botschafter der Reintegration ausgebildet. Diese begleiten die jungen BotschafterInnen zu den verschiedenen Dörfern und werden die älteren Menschen ebenfalls über die Reintegration und vor allem auch über die Verantwortung als Elternteil aufklären.

 

 

Erfolgreicher Projektstart im Juni 2014

 

Gemeinsam mit vielen wichtigen Schlüsselpersonen des Dorfes Guabuliga und von benachbarten Dörfern fand der Projekt-Startschuss am 7.6.2014 mit einem tollen Event statt!

 

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