Armut in Ghana

ARMUTSFORSCHUNG IN DER NÖRDLICHEN REGION GHANAS

Armut ist eine starre Realität in Ghana, speziell im nördlichen Teil des Landes. Statistiken aus der „Ghana Living Standards“ Umfrage (2007) zeigen, dass 18,2% der ghanaischen Bevölkerung als „extrem arm“ gelten und sich daher nicht einmal ihre Grundnahrungsmittel leisten können. Das Phänomen der Armut wird speziell in den abgelegenen Dörfern im Norden noch ernster und lebensbedrohender wahrgenommen als anderswo, da Armut hier vermehrt anzutreffen ist. Nach Daten des ghanaischen Amts für Statistik (2004) ist der Norden eine der drei ärmsten Regionen in Ghana mit sieben von zehn Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Ländliche Armut grenzt an viele weitere Themenbereiche, wie Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Generierung von Einkommen, und vielen anderen, an.

 

Im Einklang mit der Verpflichtung der Einhaltung der Millenium Development Goals bis zum Jahr 2015 (insbesondere die Armutsreduktion) entwarf die ghanaische Regierung 2007 ihre Strategie zum sozialen Schutz (National Social Protection Strategy) mit der Strategie „Lebensunterhalt Empowerment gegen Armut“ (LEAP) als Sprungbrett. Nach fünf Jahren der Umsetzung als Pilotprojekt konnte jedoch keine signifikante Verringerung der Armut in den umsetzenden Regionen festgestellt werden. Diese Studie liefert eine empirische Auswertung des LEAP Programmes der Regierung Ghanas, das als soziale Schutzmaßnahme gegen die hohe Armutsrate, die speziell im Norden des Landes herrscht, entwickelt wurde.

 

Einer der ärmsten Bezirke in der nördlichen Region Ghanas, der Tolon/Kumbungu Disctrict, wurde als Fallstudie für die Forschungsarbeit herangezogen. Die Forschungsarbeit im Feld dauerte einen Zeitraum von ca. zwei Wochen an. Aus der Gesamtzahl der 19 Empfänger-Gemeinden im Bezirk wurden in vier Gemeinden Interviews durchgeführt. Insgesamt wurden 60 Probanden interviewt . Darunter befanden 5 MitgliederInnen des LEAP Umsetzungskommittees im Bezirk (DCLIC), 15 MitgliederInnen der des LEAP Umsetzungskommittees auf Gemeindeebene (CLIC) und 40 LEAP-EmpfägnerInnen, die aus den vier Gemeinden ausgewählt wurden.